Hallo und herzlich willkommen zurück zu einer neuen Ausgabe unseres Blogs. Wir haben in der Vergangenheit über die Möglichkeiten der Digitalisierung zur Unterstützung der Pflege berichtet. Heute widmen wir uns dem Thema der Sturzerkennung. Wir zeigen euch, warum die technischen Möglichkeiten zur Prävention unterschätzt werden und wie digitale Lösungen dazu beitragen können, den Pflegebedürftigen zu helfen und gleichzeitig die Pflegekräfte zu entlasten.

Warum benötigt die Sturzgefahr eine erhöhte Aufmerksamkeit? Stürze tragen dazu bei, dass die Selbstbestimmtheit abhandenkommt. Selbst ein harmlos wirkender Sturz aus dem Bett kann zu einem Bruch oder Schlimmeres führen. Beeinträchtigt werden u.a. die Muskelkraft, die Gelenkbeweglichkeit, die Gehfähigkeit, das Gangbild oder die Steh- und Sitzfähigkeit. Eine geringere Sehkraft oder Demenz können gleichermaßen Ursache wie Folge von Stürzen darstellen. Insgesamt sind Schäden am Kopf, der Hüfte sowie des Oberschenkels die häufigsten Verletzungsfolgen. Zu den Gründen gesellen sich umweltbezogene Sturzrisikofaktoren. Räumlichkeiten oder unebene Gehwege stellen ebenso ein Risiko dar wie temperaturbezogene Umstände. Studien haben zudem gezeigt, dass Menschen über 60 Jahren fast fünfmal so häufig im Vergleich zu jüngeren Patienten stürzen. Ältere Menschen stürzen demnach nicht nur häufiger, sondern sind anfälliger für Langzeitschäden. Dies führt dazu, dass ein Sturz um ein Vielfaches schlimmer ist, als es bei jungen Menschen der Fall ist.

„Mit jedem Sturz sinkt die Lebensqualität und es ist die Aufgabe der Pflegeeinrichtungen, diese Stürze ohne freiheitsentziehende Maßnahmen oder Überwachung zu verhindern.“

 

Christian Kind, Geschäftsführer nevisQ GmbH

Worin bestehen die Probleme bei bisherigen Lösungen? Aktuell gibt es Produkte, die gewisse Situationen nur simpel erkennen, wie z.B. die Trittmatte. Sobald eine Person auf diese tritt, wird ein Alarm ausgelöst. Zwar belegen Studien, dass dadurch Stürzen vorgebeugt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden konnten, doch ist das Produkt mit keinerlei Intelligenz verbunden. Durch eine Vernetzung und eine Anbindung an die Telematikinfrastruktur können deutlich weitreichendere Analysen vollzogen werden und Stürzen effektiv vorgebeugt werden, darüber hinaus besitzen sie eine Updatefunktion.

„Es wird weniger das Thema an sich unterschätzt, als dass die Hilfmöglichkeiten durch intelligente Technologien unterschätzt werden, mit Hilfe derer man Stürze frühzeitig erkennen und verhindern kann, ohne in die Privatsphäre einzudringen und einen größeren Aufwand für die Pflegekräfte zu verursachen.“

 

Christian Kind, Geschäftsführer nevisQ GmbH

Intelligente Systeme wie z.B. der nevisCura Raumsensor sorgen dafür, dass in kritischen Situationen schneller reagiert werden kann und die gewonnenen Daten zu einer besseren Prävention führen. Dabei spielt der Datenschutz eine übergeordnete Rolle. Im Gegensatz zu Raumkameras etc. werden keine Bilder o.ä. gespeichert, sodass die Privatsphäre gewahrt wird.

Ein großer Vorteil von smarten Systemen besteht in der Installation. Während die herkömmlichen Bettmatten ihren Zweck erfüllen, können sie leicht umgangen werden. Moderne Sensorsysteme sind kleiner und arbeiten intelligent. Durch die smarte Verarbeitung fallen sie zudem nicht auf und die Pflegebedürftigen fühlen sich nicht eingeschränkt. Doch bieten digitale Lösungen nicht nur für die Pflegebedürftigen Vorteile. Pflegekräfte werden in ihrer Arbeit entlastet und können mit Hilfe der technischen Hilfsmittel eine bessere Pflege anbieten. Zusätzlich bietet sich für die Pflegeheime ein großer Kosten-Nutzen-Vorteil, weil digitale Systeme leichter instand gehalten werden können.

Dass Stürze ein großes Risiko für die Pflegebedürftigen darstellt, ist kein neues Problem. Doch werden die technischen Möglichkeiten unterschätzt, die zu einer besseren Prävention führen. Intelligente Produkte helfen dabei, Pflegekräfte zu entlasten und mit Hilfe zukunftstauglicher Technik den Pflegebedürftigen schnell und effizient helfen zu können.

Wir werden euch weiterhin über digitale Möglichkeiten in der Pflege berichten.

Bis dahin alles Gute!