Herzlichen Willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Blogs. Nachdem wir bereits in der letzten Woche die Pflegereform genauer unter die Lupe genommen haben, wollen wir uns heute einem bestimmten Thema widmen: Der Versuch, neue Fachkräfte durch einen geänderten Personalschlüssel zu generieren. Laut der Pflegereform soll ab dem 01. Juli 2023 die Anzahl der Hilfskräfte mit und ohne Ausbildung sowie des Fachkräftepersonals pro Pflegebedürftigen angepasst werden. Demnach ergibt dies ca. 2,5 Pflegebedürftige des Pflegegrades 5 pro Vollzeitpflegekraft und ca. 13 Pflegebedürftige des Pflegegrades 1, ebenfalls pro Vollzeitpflegekraft.

Eine Anpassung des Personalschlüssels ist – wie auch bereits zuvor bei anderen Punkten angesprochen – nicht verkehrt. Die tatsächliche Auslastung wird allerdings nach unserer Einschätzung weiterhin über dem Richtwert liegen, denn schließlich müssen die Lücken erst einmal geschlossen werden. Dies führt jedoch zu folgendem Problem: Für die „neu geschaffenen“ Stellen benötigt es Nachwuchs und bisher gibt es wenig Versuche, diesen zu generieren. Um neue Pflegekräfte zu gewinnen und die bereits vorhandenen zu entlasten, benötigt es Reformen, die an die junge Generation angepasst sind. Die Politik muss sich damit beschäftigen, womit sich die zu gewinnende Generation auskennt, welche Stärken sie reflektiert und vor allem, womit man den Pflegeberuf attraktiv gestalten kann. Und genau an dieser Stelle schließt sich der Kreis. Die Kernlösung beruht auf einen massiven Ausbau der Digitalisierung! Die junge Generation wächst mit technischen Neuerungen auf und versteht den Wandel von Technologien besser als die meisten. Neue, intelligente Lösungen für den Pflegebereich bieten nicht nur Entlastung für die bereits vorhandenen Pflegekräfte, sondern fördern auch die Gewinnung und die daraus resultierende Einarbeitung neuer Fachkräfte. Wir sind davon überzeugt, dass die Digitalisierung der richtige Weg ist, um die Personallücken zu schließen, neue Generationen an den Beruf heranzuziehen und die beständigen Fachkräfte arbeitstechnisch, aber auch emotional zu entlasten.

Die Vorteile der Digitalisierung in Bezug auf den Arbeitsmarkt der Pflegebranche auf einen Blick:

  • Interessante, neue Aufgabenfelder für beständige und neue Pflegefachkräfte
  • Emotionale und arbeitstechnische Entlastung
  • Gewinnung von jungen Fachkräften zur Heranführung einer neuen Generation von Pflegefachkräften durch Interessensbedienung
  • Lösung des Fachkräftemangels auf lange Sicht

Es ist wichtig zu vermerken, dass Reformen zugunsten der
Digitalisierung allein das Blatt nicht wenden werden und den Fachkräftemangel beseitigen können. Doch sie bieten eine riesige Chance, einen Großteil dazu beizutragen. Unserer Meinung nach wird das Potenzial unterschätzt, welches mit der Digitalisierung erreicht werden kann. 

Man muss es schließlich deutlich festhalten: Die junge Generation wächst mit digitalen Neuerungen auf. Die Statistiken, ab welchem Alter junge Menschen mit technischen Geräten in Berührung kommen, zeichnen ein deutlichen Bild auf. Ebenso wächst parallel dazu das Interesse, im späteren Beruf mit intelligenten Lösungen arbeiten zu wollen. Wenn ein 12-Jähriger Teenager bereits perfekt mit dem neuesten Handy umgehen kann, möchte es nicht in der Ausbildung oder dem späteren Beruf auf rückständige Technik zurückgreifen müssen. Die Pflege muss up-to-date sein und das schafft man nur, indem die Politik die Digitalisierung endlich ernst nimmt und der Pflegebranche dadurch den Stellenwert gibt, den sie verdient hat! Ein Personalschlüssel allein wird nicht für die benötigte Entlastung sorgen. Es darf nicht nur in einem Bereich Reformen geben, sondern in allen und diese müssen aufeinander abgestimmt sein. Nur so wird Deutschland in Zukunft die Probleme innerhalb der Pflegebranche effektiv angehen können. In 10 Jahren muss eine neue Generation bereits fest in der Pflegebranche verankert sein und dafür muss man agieren und nicht nur in kleinen Stücken reagieren.