Willkommen zurück und zum Beginn unseres ersten Themenblocks. Der am 19. Mai diesen Jahres erschienene Pflegebericht umfasst für die Jahre 2016 bis 2019 eine grundumfassende Übersicht der aktuellen pflegerischen Situation in Deutschland. In den nächsten Wochen werden wir uns verstärkt einigen Punkten aus dem 269-Seiten dicken Bericht widmen und diese kritisch hinterfragen sowie unsere Einschätzung dazu geben und gegebenenfalls Verbesserungen anregen. Beginnen wollen wir mit der Digitalisierung der Pflege. Unter Punkt 2.4.4. wird ein Überblick der jetzigen Situation und der Möglichkeit nach Förderungen gegeben. Dabei fällt sofort auf, dass dieses enorm wichtige und riesige Thema nur eine Seite umfasst. Dies zeigt bereits deutlich den mangelnden Stellenwert der Digitalisierung innerhalb der Pflegebranche. 

Doch gibt es auch positives aus dem Bericht zu entnehmen. So sollen technologische Unterstützungssysteme mit insgesamt 130 Millionen Euro finanziell gefördert werden. Ziel der Initiative sei eine Verbesserung des internen Qualitätsmanagements und der Erhebung von Qualitätsindikatoren. Die Bundesregierung sieht eine maximale Förderung von 40 Prozent der Kosten und 12.000 Euro pro Pflegeeinrichtung vor. Das ist auf jeden Fall ein guter Schritt! Durch eine steigende Digitalisierung werden Pflegekräfte entlastet und es sorgt für bessere Arbeitsbedingungen in der Branche. Doch lässt der Bericht leider vermissen, wie die „technologischen Unterstützungssysteme“ definiert sind. Hier muss noch nachgebessert werden. Zwar verweist die Regierung auf bereits vorhandene Forschungs- und Modellprojekte, doch geben diese keinen genauen Aufschluss darüber, welche Kriterien genau erfüllt sein müssen.

Wie ordnen wir schlussendlich den Pflegebericht zur Digitalisierung der Pflege ein? Generell ist es lobenswert, dass sich die Bundesregierung dem Thema Digitalisierung in der Pflege annimmt. Wir sehen aber dennoch deutlichen Aufholbedarf und mehr Engagement, um die Pflegekräfte stärker zu entlasten und dem Beruf die Anerkennung zu geben, die er verdient. Als bisherigen Erfolg werden die digitalisierte Abrechnungsmöglichkeit im ambulanten Bereich und erste Modellprojekte verbucht – für uns viel zu wenig! Unsere Vorschläge dazu werden wir euch in den kommenden Wochen genauer vorstellen. Die Möglichkeit zur Förderung ist positiv zu bewerten und sollte genutzt werden. nevisQ hat speziell hierfür ein Whitepaper erstellt, welches alle Möglichkeiten einer Förderung zusammenfasst. Habt ihr noch Rückfragen, stehen wir gerne zur Verfügung.

Den gesamten Pflegebericht finden sie hier: LINK

Das nevisQ-Whitepaper zu den vorhandenen Fördermitteln: LINK

Nächste Woche werden wir uns hier einem weiteren, spannenden Punkt aus dem Pflegebericht widmen.

 

Bis dahin alles Gute.