Neue Wohnformen in der Pflege - eine Chance für alle!

Herzlich Willkommen zurück zu einer neuen Ausgabe unseres Blogs und dem Beginn einer neuen Themenreihe! In den letzten Ausgaben fiel der Blick oftmals in die Zukunft und auf die benötigten Veränderungen innerhalb der Pflegebranche. Ein besonders spannender Bereich bezieht sich auf neue oder geplante Wohnformen in der Pflege. Wir möchten ein deutlicheres Bild liefern, wie der aktuelle Stand ist, welchen Trend man erwarten kann und vor allem, wie wir uns die Zukunft der Pflege vorstellen.

 

Beginnen wollen wir mit einem Blick auf die aktuellen Zahlen. 2019 gab es in Deutschland 15.380 Pflegeheime und 14.688 ambulante Pflegedienste, wobei die Zahl der Pflegeheime mit vollstationärer Dauerpflege in den letzten Jahren einen deutlich geringeren Zuwachs vorweisen konnte als die ambulanten Pflegedienste. Dazu muss man allerdings vermerken, dass ein Pflegeheim auch deutlich mehr Kapazitäten hat als ein ambulanter Pflegedienst. Laut dem Pflegebericht 2016-2019 lässt sich daraus dennoch ein Trendwandel zugunsten ambulanter Pflegeformen oder sogenannten „Stapellösungen“, d.h. eine Kombination von Angeboten des betreuten Wohnens mit Angeboten der Tagespflege und ambulanter Pflege, absehen. Die Bundesregierung begrüßt nach eigenen Aussagen neue, alternative Wohnformen, sofern die Lebensqualität der Pflegebedürftigen dadurch deutlich gesteigert wird. Seit 2012 werden diese auch vermehrt gefördert, unter anderem durch das Gesetz zur Neuausrichtung der Pflege. Nach Aussage von § 45f (1) des Gesetzes werden Konzepte gefördert, „[…] die es  alternativ zu stationären Einrichtungen ermöglichen, außerhalb der vollstationären Betreuung bewohnerorientiert individuelle Versorgung anzubieten.“ Es ist auf jeden Fall eine gute Nachricht, wenn die Bundesregierung eine Trendwende bemerkt und Maßnahmen unterstützt. Die Umsetzung kann und muss jedoch mit dem Zeitgeist einher gehen.

Bedeutet dies, dass das Pflegeheim auf lange Sicht ausgedient hat? Nein, die Bedeutung wird aber eine andere sein als die von vor 10 Jahren. Klassische Pflegeheime werden nach wie vor gebaut und gebraucht, schließlich umfassen diese deutlich mehr Kapazitäten als ambulante Pflegedienste und besitzen umfangreichere Möglichkeiten, wenn es um eine vollumfängliche Pflege geht. Darüber hinaus muss man ebenfalls in Betracht ziehen, dass die Zahl der ambulanten Pflegediente auch deshalb steigt, weil die Anzahl der älteren Menschen immer größer wird. Dazu kommt, dass stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen immer stärker zusammen arbeiten, wodurch es bereits heute oft der Fall ist, dass eine Anlage für betreutes Wohnen direkt neben einem Pflegeheim gebaut wird. Die Entwicklung, dass Pflegebedürftige mit steigendem Alter weniger Zeit in Pflegeheimen verbringen als früher, wird sich fortsetzen, wodurch die Zusammenarbeit auch in Zukunft immer wichtiger wird. Durch eine Zusammenarbeit kann der Übergang von der ambulanten Pflege zu einer vollstationären Pflege reibungsloser gestaltet werden. Neue Pflegeheime sind aber auch deshalb weiterhin wichtig, damit Pflegekräfte stärker entlastet werden und eine bestmögliche Pflege für diejenigen bieten können, die sie nach wie vor benötigen. Das altmodische Bild des „Heims“ entspricht aber schon länger nicht mehr der Realität. Die Pflege diversifiziert sich – eine Chance, die man nutzen sollte!

Man sieht also, dass über alternative Pflegemöglichkeiten offen diskutiert werden muss, damit neue Projekte und Ideen realisiert werden können. Die Zeichen der Zeit stehen auf Umbruch, welcher mit Hilfe der Digitalisierung ein neues Pflegezeitalter einleiten kann und sowohl den Pflegekräften als auch den Pflegebedürftigen zu Gute kommen wird. Nächste Woche werden wir euch an dieser Stelle eine bereits vorhandene, alternative und vor allen zukunftsorientierte Wohnform vorstellen. 

Bis dahin alles Gute!